Über Hacker und Cracker
Der handelsübliche Sprachgebrauch benutzt beide Begriffe für ein und das Selbe. Prinzipiell ist das aber Falsch.
Ehe wir jetzt jedoch ins Philosophische abtauchen, sollten wir erst mal die Begriffe als solches mit einem Sinn füllen!
Als Hacker oder auch Cracker bezeichnet man landläufig diejenigen, die in der Lage sind Dinge mit einem Rechner zu machen, die andere sich nicht einmal vorstellen können. Wie sie das hinbekommen ist ebenso trivial wie schwierig zugleich. Intensives Studium von Hard- und Software. Jede Menge Lesen und viel Fantasie, aber auch stundenlanges am Rechner sitzen, experimentieren und tüfteln. Dazu gehört auch, hinzugehen und sich nicht mit fertigen Produkten zufrieden zu geben, sondern vielmehr zu versuchen ein Problem selber zu lösen, Algorithmen zu entwickeln oder zu verstehen.
Also kurz: Jede Menge Arbeit.
Aber warum sollte jemand jede Menge Arbeit investieren nur um eine Bank zu überfallen, oder dem Chef eins auszuwischen??
Die Wahrheit ist: Diese Leute tun das nicht.
Irgendwann in ihrem Leben stellt sich jeder dieser Leute die Frage, wozu sie das Wissen welches sie erlangt haben, einsetzen können. In der Regel um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Und hier kommt dann eine Art "Darth Vader" Situation: Die dunkle Seite der Macht ist verlockend, verspricht sie doch schnelle und einfache Ergebnisse. Zu verlockend bisweilen. Und genau hier sollten wir anfangen einen Unterschied zu machen. So wie bei den Jedi-Rittern Luke der dunklen Seite abgeschworen hat, so ließ sich sein Vater Anakin auf die dunkle Seite ziehen.
Und ebenso sollten wir einen sprachlichen Unterschied bei den Hackern/Crackern machen.
Streng gesehen sind es nämlich nur die Cracker die ihr Wissen zum Schaden anderer nutzen. Dies leitet sich schon allein vom englischen Wort "to crack"= knacken her, was die Tätigkeit als solches beschreibt und in gewisser Weise mit der Tätigkeit eines Tresorknackens zu vergleichen ist. Und das ist kriminell. Also sind Cracker das auch.
Anders hingegen der Hacker. Dieses Wort kommt vom englischen "to hack"=hacken und ist ebenfalls eine Tätigkeitsbeschreibung. Gehen wir noch mal kurz ein paar Sätze zurück. Wodurch zeichnet sich ein Hacker aus?? Dadurch, dass er sich den ganzen Tag mit Rechnern beschäftigt, also den ganzen Tag auf der Tastatur rum"hackt". Dadurch ist ein solcher Mensch aber noch nicht zwangsläufig böse.
Fazit: Man sollte die Bezeichnungen ein wenig differenzierter benutzen als dies üblicherweise der Fall ist. Ich für meinen Teil neige dazu, jeden wirklichen Computerexperten als Hacker zu bezeichnen, aber die kriminellen Individuen darunter als Cracker (obgleich sie auch Hacker sind), um den Unterschied in der Intention klar zu machen.
Interessant zu erwähnen ist, das im englischsprachigen Raum oft noch ein anderes Paar Bezeichnungen auftaucht mit genau demselben Ziel: Die Unterschiede in der Absicht klarzumachen.
Hier ist dann von sog. "white hats" oder "black hats" die Rede. Unschwer vorzustellen, dass die "white hats" die Guten und demzufolge die "black hats" die Bösen sind.
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