Hardening vs. Firewalling


Als Hardening bezeichnet man den Vorgang eines "Abhärtens" des Betriebssystems. Was ist darunter zu verstehen?? Ein Betriebssystem kommt in der Regel über ein Installationmedium wie zum Beispiel CD-Roms zum Kunden. Diese Installationmedien haben aber schon ein paar Tage auf dem Buckel, in denen sicherlich Schwachstellen in Teilen des darauf befindlichen Codes gefunden worden sind. Diese Schwachstellen konnten nicht mehr rechtzeitig bei Erstellung des Mediums behoben werden. Demzufolge hat ein frisch installiertes Betriebssystem normalerweise mindestens eine Schwachstelle die man eigentlich schon beheben könnte. Das Einspielen der Patches die dazugehören, ist ein wesentlicher Bestandteil des Hardenings. Ebenso ist eine Standardinstallation im Regelfall so ausgelegt, dass erst mal alles läuft. Dies gilt auch für Dienste, die zum täglichen Arbeiten mit dem System nicht gebraucht werden. Das Aufspüren solcher Dienste und das Abschalten derselben ist ebenfalls Teil des Hardenings. Genauso wichtig im Bezug auf das Hardening ist es sich Schutzmechanismen wie Virenschutz oder Fingerprinting zu überlegen und zu installieren.
Der wichtigste Punkt aber bleibt trotz allem das Updaten. Denn nur wenn das System immer auf den aktuellsten Stand gebracht wird, kann sichergestellt werden das Bugs nicht unnötig lange eine Angriffsstelle darstellen.
Dies alles KANN einen Rechner Sicher machen, wird es aber nicht. Überdies ist es ein sehr arbeitsaufwändiger Prozess, der für jeden Rechner eines Netzwerkes extra durchgeführt werden muss.
Im Gegensatz hierzu steht eine Firewall.
Eine solche zu implementieren ist zwar ebenfalls aufwändig, muss allerdings in der Regel nur einmal für ALLE Rechner im Netzwerk durchgeführt werden. Außerdem ist das Administrieren nachher einfacher. Auch eine Firewall KANN die Rechner eines Netzes Sicher machen.
Nun stellt sich die Frage: Braucht man denn überhaupt das Hardening? Die Antwort ist ein einfaches ja! Hardening sichert jeden einzelnen Rechner eines Netzwerkes ab. Aus diesem Grund ist es nicht ohne weiteres möglich, in diesen einzubrechen und Schaden anzurichten, selbst wenn sonst keine weiteren Schutzmechanismen vorhanden sind. Der Einwand eine Firewall installiert zu haben, ist nicht ausreichend um ein Hardening obsolet zu machen. Das hat 2 Gründe:


1. Sollte die Firewall eine Schwachstelle haben (und irgendwann wird sie mal eine haben), dann wäre ein dahinter liegender Rechner ohne weiteren Schutz.

2. Sollte der Angriff aus einer Richtung kommen die als Vertrauenswürdig eingestuft wurde, dann wird eine Firewall da auch nichts mehr dran verhindern können.


Schlechte Karten also für eine Firewall sollte man meinen. Wenn Hardening die Systeme Sicher machen kann und eine Firewall eh nicht alles blockt, warum sollte man dann noch eine Firewall brauchen? Auch hier gibt es zwei Gründe:


1. Nicht jedes Sicherheitsproblem läßt sich durch einen Patch abstellen, wohl aber kann eine Firewall Anfragen die genau dieses Sicherheitsproblem ausnutzen wollen ausfiltern.

2. Eine Firewall kann den Datenverkehr regeln und somit die Möglichkeit schaffen das nicht jeder Rechner mit jedem Protokoll jeden beliebigen anderen Rechner ansprechen kann.
Bleibt als Schlussüberlegung ob eine Firewall nicht einfach alle Sicherheitsprobleme ausfiltern kann. Im Prinzip ist dies schon denkbar, aber in der Realität wird es an der zu verarbeitenden Datenmenge scheitern. Außerdem bliebe das Problem ungelöst das, wenn die Firewall ausgehebelt ist, der dahinter liegende Rechner schutzlos ist. Fazit: Man braucht beide Verfahren um ein System sicher zu machen.

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