Wie 75 Cent alles verändern


1989 sorgte ein Spionagefall für Furore. Was war geschehen? Eine Gruppe westdeutscher Spione klaute (angeblich) die Baupläne für das U.S. amerikanische Spaceshuttle und verkaufte diese an den KGB.

Warum das hier auf dieser Site unter der Rubrik Netzwerksicherheit zu finden ist liegt daran, dass dieser Datenklau ausschließlich mit Hilfe von Computern und Netzwerken und über große Distanzen stattgefunden hat.



Eine kleine Zusammenfassung:

Im Spätsommer 1986 stellte ein deutscher Hacker der sich Pedro nannte Kontakt zum KGB her. Im selben Jahr stellte der amerikanische Astrophysiker Clifford Stoll einen Buchungsfehler von 75 US Cent im Rechenzentrum der Lawrence Berkeley Laboratorien fest. Was folgte war eine filmreife Spionagegeschichte, die im März 1989 in ihrer Aufklärung gipfelte.



Etwas detaillierter sieht das Ganze folgendermaßen aus:

Im Jahr 1985 gründet der Hacker Hagbard Celine (kurz Haggi) zusammen mit Gleichgesinnten einen Hackerstammtisch. Aus dieser Runde geht eine Gruppe hervor, die noch im selben Jahr den Gedanken entwickelt Daten an den KGB zu verkaufen. Zu dieser Gruppe gehören u.a. Haggi und der Hacker Pedro. Im Spätsommer des darauf folgenden Jahres stellt Pedro den Kontakt zum KGB her, erhält eine Vorabzahlung von 30.000DM und verteilt diese an die Mitglieder der Hackergruppe.

Im August 1986 findet Clifford Stoll einen Buchungsfehler von 75 US Cent und versucht die Herkunft zu lokalisieren. Er macht einen Diebstahl von Rechenzeit (die damals noch teuer bezahlt werden musste) dafür verantwortlich. Doch das FBI und das CIA lachen ihn quasi aus. Daraufhin beschließt er eigene Nachforschungen anzustellen.

Im Oktober 1986 erstattet das Kernforschungsinstitut CERN Anzeige gegen unbekannt, weil die VAX-Systeme des Teilchenbeschleunigers Opfer von Hackern sind.

Im Jahr 1987 legte Clifford Stoll eine Falle aus. Um die Angreifer lokalisieren zu können legte er ein größeres Datenpaket ab welches angeblich Informationen zum SDI beinhalte. Tatsächlich fallen die Spione darauf herein und es gelingt mit einer Fangschaltung den Ursprung des Angriffs zu lokalisieren.

Im Juli 1988 stellten sich erst Haggi, später auch Pedro der Polizei und bekamen die Zusage der Straffreiheit, wenn sie aussagen würden.

Im Februar 1989 kommt es zu 14 Hausdurchsuchungen und 7 Festnahmen. Darunter auch Haggi und Pedro.

Im März waren die Ermittlungen soweit abgeschlossen, dass die ARD einen Bericht in der Sendung Brennpunkt Extra veröffentlichen konnte.



Fazit:

Computermissbrauch existiert. Selbst Einrichtungen wie die NASA oder CERN sind nicht Sicher vor den Gefahren die sich hieraus ergeben. Es gibt Menschen, die bereit sind Geld dafür auszugeben, dass andere in fremde Computersysteme/-netze einbrechen. Angriffe auf Computersysteme/-netze dienen nicht ausschließlich dazu, Rechenzeit zu klauen oder Dienste zu stören, sondern können auch zu Spionage und Sabotage, gleich welcher Art, genutzt werden.



Quellen:

Hagbard Celine Page

Hacker's Guide by anonymous ISBN 3-8272-5931-2

Dokumentation über Karl Koch



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